Tourismus in der DDR

Wenn von der DDR die Rede ist, denken die meis­ten Men­schen an die tödliche Abriegelung der deutsch-deutschen Gren­ze und die beschränk­te Reise­frei­heit der DDR-Bürg­er. Para­dox­er­weise wurde in der DDR aber mehr gereist als in jedem anderen Land der Welt. Trotz Beschränkung der Reise­frei­heit ent­stand in der DDR ein Massen­touris­mus.

Am 28. August 2012 stelle ich die Ergeb­nisse mein­er Dok­torabeit zu diesem The­ma vor. Der öffentliche Vor­trag „Urlaub vom Staat“ find­et im KreativRaum, Coerde­straße 53a in 48147 Mün­ster statt und begin­nt um 18.00 Uhr.

Der Titel mein­er Arbeit ist bewusst mehrdeutig. Denn ein­er­seits wollte der Staat mit­tels der Ein­heits­gew­erkschaft auch die Urlaub­sreise unter seine Kon­trolle brin­gen. Zugle­ich aber ver­sucht­en die DDR-Bürg­er dem all­ge­gen­wär­ti­gen Staat wenig­stens im Urlaub zu entkom­men.

Unter der Regie des Freien Deutschen Gew­erkschafts­bun­des fan­den in den let­zten Jahren der DDR jährlich 5 Mil­lio­nen Urlaub­sreisen statt. Weit­ere 5 Mil­lio­nen Men­schen woll­ten jedoch von diesem qua­si-staatlichen Ange­bot nichts wis­sen und ver­reis­ten auf eigene Faust. Sie fan­den Unterkun­ft bei Freuden und Ver­wandten oder auf den zahlre­ichen Camp­ing­plätzen. Diese Form der Pri­va­treisen ver­sprach schließlich ein wenig Dis­tanz zum Staat, auch wenn die DDR-Bürg­er keine andere Wahl hat­ten, als ihren Urlaub inner­halb des sozial­is­tis­chen Sys­tems zu ver­brin­gen.

 

Vortrag: 28. August 2012, 18.00Uhr

Urlaub vom Staat. Wie die DDR-Bürg­er Urlaub macht­en

KreativRaum
Coerde­straße 53a
48147 Mün­ster

Literatur

Christo­pher Gör­lich, Urlaub vom Staat. Touris­mus in der DDR, Böh­lau: Wien, Köln, Weimar 2012 (http://www.boehlau-verlag.com/978–3-412–20863-9.html).

Am 17. August 2012 hat ZEIT-online eine Rezen­sion veröf­fentlicht:
http://www.zeit.de/reisen/2012–08/ddr-tourismus

 

 

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